China-Teppiche blicken auf eine lange Tradition zurück
China-Teppiche aus der Ming-Zeit sind leider sehr selten in Museen zu finden, ganz anders als zum Beispiel Perserteppiche aus dieser Zeit. Die Filzteppiche aus dem 8. Jahrhundert, der Tang-Epoche sind heute in Shosoin in Japan zu finden. Sie wurden sogar mit Silber broschiert. Selbst Marco Polo erwähnte im 13. Jahrhundert China-Teppiche. Die chinesische Knüpfkunst erlebte im 17. und 18. Jahrhundert ihre Blüte, auch wegen der erstmalig offiziellen Förderung der damaligen Kaiser. Eine Besonderheit waren die prächtigen seidenen Drachenteppiche. Allerdings waren zu dieser Zeit China-Teppiche im Ausland nicht sehr verbreitet, da die Handelswege zu weit und zu risikoreich waren und die anderen Transitländer kein Interesse an den Waren hatten, sondern selbst exportieren wollten.
Mongolische Wolle diente als Hauptmaterial, die Motive glichen denen der Töpferarbeiten. Auch nahm der Symbolismus langsam Einfluss. Da sich Muster und Farbe eine geraume Zeit nicht änderte, ist heute zuweilen die zeitliche Einordnung einzelner China-Teppiche schwierig. Seidenteppiche setzten sind erst später durch. Ihr Erfolg liegt heute auch darin begründet, dass alles in einer Hand blieb, von der Seidenproduktion, Färben, neue Dessins entwerfen, Knüpfen, Waschen bis zur strengen Qualitätskontrolle. Hauptproduktionsstätte ist Zhenping.
Allerdings begann im 19. Jahrhundert der Abstieg. Es wurde für den Export produziert und Anilinfarben eingeführt, Auch änderte sich der Stil der Knüpfkunst. Nach der Niederschlagung des Boxeraufstandes halfen Amerikaner und Europäer beim Aufbau der zahlreichen Manufakturen für China-Teppiche. Die zunehmende Abschottung Chinas seit Ende des Zweiten Weltkrieges, unter anderen unter Mao Tse Tung, führte weiterhin dazu, dass kaum China-Teppiche ihren Weg nach Deutschland fanden, während andere europäische Länder höhere Einfuhrquoten hatten.
Inzwischen werden China-Teppiche in vier Design-Gruppen eingeteilt und zwar Peking mit stilisierten chinesischen Motiven und Zentralmedaillon, Ton-in-Ton gefertigt im Reliefschnitt, wobei die Farbgebung zurückhaltend angelegt ist. Dann gibt es noch Abusson, welches dem französischen Floren-Mustern nachempfunden ist sowie Antik finished, Nachknüpfungen antiker Vorbilder, die mit Antik-Wäsche behandelt werden. Außerdem entstanden neben dem traditionellen China-Teppich neue Arten wie open back mit 70 Knotenreihen auf 27,5 cm sowie closed back mit 90 Knotenreihen doppelschüssig auf 27,5 cm.
